Bewerbungsprozess / Bewerbungstipps

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AUF DIE RICHTIGEN INHALTE KOMMT ES AN
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Bewerbungsprozess / Bewerbungstipps

Interview von Hinrich Neumann mit unserem Personalleiter Carsten Deter aus der Zeitschrift „on track – Perspektiven in Landtechnik und Agribusiness“, Ausgabe Frühjahr/Sommer 2013.

„Kreative Bewerbungsmappen, flippige Fotos, extravagante Anschreiben: Viele Ratgeber empfehlen, dass sich Bewerber damit einen Vorsprung vor ihren Konkurrenten verschaffen können. on track sprach mit einem erfahrenen Personaler aus der Industrie, welche Qualifikationen wirklich die Einstiegschancen erhöhen.

Bewerber in Tarnhose oder Hawaii-Hemd, zerquetschte Pralinen unter Zellophan auf der Bewerbungsmappe oder Kandidatinnen in Bikini auf einem Urlaubsfoto: Carsten Deter hat in seiner mehr als zehnjährigen Tätigkeit in mehreren Personalabteilungen schon einige Kuriositäten erlebt. „Immer wieder versuchen Kandidaten, besonders kreativ zu sein. Aber auch wenn Bewerbungsratgeber das immer wieder empfehlen: Darauf kommt es überhaupt nicht an“, verdeutlicht der heutige Personalleiter des Landmaschinen- und Ersatzteil-Handelsunternehmens Wilhelm Fricke GmbH aus Heeslingen (Niedersachsen). In der Firmengruppe arbeiten heute national und international über 1100 Mitarbeiter, darunter 77 Auszubildende und dual Studierende.

Eine gute Bewerbung besticht nicht durch eine kreative Optik, sondern erst einmal durch Vollständigkeit (siehe dazu auch Checkliste). „Wenn sich mehrere Kandidaten auf eine Stelle bewerben, fallen meist die zuerst heraus, bei denen Zeugnisse oder andere Unterlagen fehlen“, beschreibt Deter den Arbeitsalltag. Zu diesen gehören das letzte Schulzeugnis, Arbeitszeugnisse oder Nachweise von Fortbildungen. Anders als oft angenommen müssen die Kopien heute nicht mehr beglaubigt sein.

Gewisse Standards einhalten


Auch sollte die Mappe nicht nach Rauch stinken oder die Dokumente mit der fast leeren Druckerpatrone ausgedruckt worden sein. Genauso störend sind viele Tipp- und Komma-Fehler.

Das Anschreiben sollte auf jeden Fall auch die Motivation für die Bewerbung enthalten. Allgemeine Floskeln wie „Ich suche neue Herausforderungen“ oder „aus privaten Gründen“ reichen hier nicht aus. Gehaltsvorstellungen müssen nicht unbedingt enthalten sein. „Nur wenn jemand mit zehnjähriger Berufserfahrung den Arbeitgeber wechseln will, wäre es sinnvoll, eine Spanne anzugeben“, meint Deter hierzu. Vieles hängt allerdings auch von der Arbeitswochenstundenzahl, der Zahl der Urlaubstage und der Überstundenbezahlung ab. Darum lassen sich Einzelheiten nur im Vorstellungsgespräch klären. Seinen Lebenslauf sollte der Bewerber chronologisch abfassen und nicht – wie in jüngster Zeit in Mode gekommen ist – nach amerikanischen Vorbild, bei dem die letzte Tätigkeit immer zuerst genannt wird. „Das ist schwerer zu lesen und daher ungünstig für den Personaler“, begründet Deter dieses.

Nicht jedes Dokument einzeln mailen


Ob die Bewerbungsmappe per Post oder per email kommt, ist Deter zweitrangig. Wichtig ist nur: Nicht jedes Dokument sollte bei der email als eigener Anhang geschickt werden. „Es ist mühsam, alle Anhänge einzeln öffnen zu müssen. Jeder Bewerber sollte sich daher immer in die Lage desjenigen versetzen, dem er die Unterlagen schickt.“ Auch sieht er gern Initiativbewerbungen, weil sie meistens bedeuten, dass sich der Kandidat mit dem Unternehmen und einer Tätigkeit darin näher auseinander gesetzt hat. Der Bewerber erhöht damit auch seine Chancen. Denn falls es im Unternehmen passend zum Profil des Bewerbers Bedarf gibt, aber keine Stelle ausgeschrieben ist, steht er in guter Ausgangsposition. Wichtig hierbei: Man sollte im Anschreiben immer begründen können, warum man sich dort bewirbt und was z.B. die Motivation für einen Jobwechsel ist.

Bei der Auswahl der Kandidaten für das Vorstellungsgespräch kommt es Deter zunächst auf die richtige Passung an: Inwieweit passt der Kandidat mit seinen Qualifikationen und seiner Berufserfahrung zu der Stelle? „Wenn ich einen Mitarbeiter für den Vertriebsinnendienst suche, schaue ich z.B. darauf, ob er schon bei einer anderen Firma in dem Bereich gearbeitet hat“, erklärt der Personalleiter.

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Es kommt nicht nur auf die Noten an


Doch genauso vergibt er bei jeder Bewerbungsrunde auch einen Joker an einen interessanten Bewerber, der auf den ersten Blick nicht genau zu der Stelle passt. Das können Kandidaten mit besonders guten Noten oder einem interessanten Lebenslauf sein. „Es kommt vor, dass genau so jemand den Job bekommt. Denn wenn die Persönlichkeit stark ist, kann er die fehlenden Qualifikationen für den Job auch intern nachholen“, lautet Deters Erfahrung. Dabei ist jedoch zu beachten: Je größer das Unternehmen ist, desto größer ist auch die Flut an Bewerbungen. Hier legen die Personaler häufig Hürden ein wie den Notendurchschnitt, um schon einmal eine Vorauswahl treffen zu können. Bei diesem Vorgehen können interessante Leute aber jedoch durchs Raster fallen. Das heißt im Umkehrschluss: Wer nicht so gute Noten, dafür aber einen interessanten Lebenslauf mit entsprechenden Abschlüssen oder Praktika hat, könnte unter Umständen eher im Mittelstand gute Chancen haben.

Richtig aufs Gespräch vorbereiten


Wird man zum Vorstellungsgespräch geladen, ist die Bewerbung noch nicht vorbei. Auch hierfür ist eine gründliche Vorbereitung wichtig. Als Anhaltspunkt rät Deter, dass sich der Kandidat seinen Lebenslauf noch einmal gründlich anschaut und dabei mögliche Fragen durchspielt. „Fragen sind z.B. zu Jobwechseln oder bei gewissen Brüchen im Lebenslauf sehr wahrscheinlich“, meint Deter.

Auch sollte sich der Kandidat selbstverständlich mit dem Unternehmen und seinen Produkten sowie den Gesprächspartnern des Vorstellungsgesprächs auseinander setzen. Außerdem sollte er sich Fragen überlegen. Denn während im ersten Teil des Gesprächs erst einmal der Personalleiter und andere Personen die Fragen stellen, hat der Kandidat im zweiten Teil selbst die Gelegenheit. „Keine Fragen zu stellen ist genauso schlecht wie Verlegenheitsfragen, bei denen man genau heraushört, dass sich der Bewerber nicht vorbereitet hat“, führt Deter hierzu an. Interessant wären dagegen Fragen zum späteren Team, zu Schnittstellen der Tätigkeit im Unternehmen und zur Verantwortlichkeit in der Position.

Die gute Vorbereitung hilft auch gegen Nervosität. Allerdings rät Deter: „Das Vorstellungsgespräch soll ja dazu dienen, sich gegenseitig kennen zu lernen. Es ist dagegen keine Prüfung!“ Daher sollte sich der Kandidat auch möglichst natürlich verhalten. Zurücklehnende Arroganz ist genauso schlecht wie Abgebrühtheit. Auch sollte er sich mit Eigenlob zurückhalten und lieber dem Personalleiter überlassen, sich einen Eindruck zu machen. Apropos Eigenlob: Auch vor überzogenen Angaben in der Bewerbungsmappe warnt Deter: „Wir hatten mal einen Kandidaten, der behauptete, sehr gute Kenntnisse in der EDV, also in Excel und Powerpoint zu haben. Er konnte aber keine unserer Fachfragen dazu richtig beantworten, das ist dann peinlich.“ In so einem Fall fragen sich der Personalleiter und der mögliche Fachvorgesetzte: Was verspricht der Kandidat noch, was er später nicht halten kann? Das gleiche betrifft Englischkenntnisse, die sich mit einem Wechsel der Sprache während des Vorstellungsgesprächs auch schnell abprüfen lassen.

Körpersprache ist zweitrangig


Bewerbungsratgeber enthalten auch viele Tipps zur richtigen Körpersprache. Deter hält davon wenig. „Wenn man nervös ist und auch noch auf die Körpersprache achtet, verkrampft man. Besser ist es, flüssige und lockere Antworten zu geben.“ Wichtig bezüglich Körpersprache ist ihm nur, dass die Bewerber ihn im Gespräch anschauen.

Sollte es bei einem Bewerber mal nicht passen, gibt Deter auch im Vorstellungsgespräch gelegentlich ein Feedback. „Wenn ich merke, dass der Kandidat damit umgehen kann, sage ich ihm offen, dass er für diesen Job nicht geeignet ist. Aber gleichzeitig gebe ich ihm Tipps, was vielleicht eher zu ihm passen würde“, schildert er. Kritikfähige Bewerber sind dafür dankbar, denn teilweise ist das das erste Feedback, das sie überhaupt erhalten.“

Checkliste: Bewerbung

„Marketing in eigener Sache“ lautet die Devise. Eine gute Bewerbung dient immer auch als Anhängeschild für Deine Person und ist die erste Arbeitsprobe, die Du ablieferst. Deshalb solltest Du auf eine gute Bewerbung achten. Sie vermittelt uns einen ersten Eindruck über Dich und kann entscheidend für Deinen weiteren Lebensweg sein. Die Bewerbung soll uns davon überzeugen, dass Du der/die Richtige für den Ausbildungs-/Studienplatz bist. Deshalb ist es wichtig, Zeit und Arbeit in die Bewerbung zu investieren, da nur aus den „besten Bewerbungen“ die Kandidaten zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden.

Grundsätzliches

Deine Bewerbungsunterlagen sollten immer vollständig sein. Sie enthalten ein Anschreiben, einen Lebenslauf und Anlagen (Zeugnisse). Achte darauf, dass Deine Bewerbung ordentlich ist und vermeide Rechtschreibfehler.

Unser Tipp: Lass Deine Bewerbung ruhig von mehreren Personen gegenlesen. Je mehr Personen über Deine Bewerbung schauen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass wirklich alle inhaltlichen Fehler gefunden werden.

Das Anschreiben

Das Bewerbungsanschreiben bietet Dir die Möglichkeit, Dich zu präsentieren und ist sehr entscheidend für den Gesamteindruck. Teile uns im Anschreiben mit, warum Du Dich bei Fricke bewirbst und warum Dich der Ausbildungsberuf, den Du gewählt hast, interessiert. Erwähne Praktika, Hobbies oder Schulprojekte, die Du gemacht hast, die etwas mit den Aufgaben des Ausbildungsberufs zu tun haben. Welche Motivation steckt hinter Deiner Bewerbung? Was interessiert Dich an deinem gewählten Ausbildungsberuf? Welche Interessen hast Du? Schreibe das, was du mitteilen möchtest in möglichst wenigen Worten.

Unser Tipp: Das Anschreiben sollte nicht länger als eine Seite sein. Eine persönliche Anrede mit korrekter Schreibweise des Ansprechpartners und die Angabe des angebotenen Ausbildungsberufes zeigen uns, dass Du Dich informiert hast. Ganz wichtig: Vergesse nicht zu erwähnen, auf welche Stelle und für welchen Standort Du Dich bewirbst.

Der Lebenslauf

Der Lebenslauf informiert auf einem Blick über Deinen persönlichen und beruflichen Werdegang. Er sollte klar strukturiert und chronologisch aufgebaut sein, um uns einen schnellen Überblick zu ermöglichen.

Unser Tipp: Lücken im Lebenslauf machen sich nicht gut und lassen Dich in einem schlechten Licht dastehen. Versuche daher, Lücken im Lebenslauf zu vermeiden.

Das Foto

Achte darauf, dass Du auf dem Foto gepflegt wirkst. Ein gepflegtes Äußeres bedeutet eine gepflegte Frisur und auch ordentliche Kleidung. Außerdem sollte das Foto das aktuelle Äußere von Dir wiedergeben und nicht älter als ein halbes Jahr sein.

Unser Tipp: Nicht am Foto sparen! Investiere einige Euros in professionelle Fotos vom Fotografen. Der Unterschied macht sich bemerkbar.

Deine Anlagen

Anlagen sind Belege für Deine Angaben im Lebenslauf und bieten eine detailliertere Beschreibung, als dies im Lebenslauf möglich ist. Die Anlagen werden in der Reihenfolge der Nennung im Lebenslauf in die Bewerbungsmappe einsortiert. Zu den Anlagen zählen z.B. Zeugnisse, Praktikumsnachweise und Zertifikate. Das Zeugnis ist die bedeutendste Anlage und dient uns als wichtiges Einstufungsmerkmal.

Unser Tipp: Bitte lege der Bewerbung keine Originalzeugnisse, sondern lediglich Zeugniskopien bei! Es ist nicht mehr nötig die Zeugnisse zu beglaubigen. Sinnvoll ist es, immer die letzten drei Zeugnisse beizulegen, da diese den Verlauf Deiner Schulleistung zeigen.

Bewerbung per Post oder online

Es gibt zwei Wege, wie Du Dich bei Fricke bewerben kannst: Du kannst uns Deine Bewerbung per Post oder online zukommen lassen, beides ist möglich. Die Post- sowie Homepageadresse findest du in der jeweiligen Stellenausschreibung.

Bei einer schriftlichen Bewerbung ist auf die Qualität der Bewerbungsmappe zu achten. Wichtig ist es, dass die Bewerbungsmappe ordentlich und gepflegt wirkt. Sie sollte keine Knicke oder sonstige Mängel aufweisen.

Bei der Onlinebewerbung achte bitte darauf, dass Du deine Anhänge in den erlaubten Dateiformaten (JPG, PNG, GIF, Word, PDF, Excel, Textdateien) beifügst und dass der Anhang die Größe von 10 MB nicht übersteigt.

Unser Tipp: Die leichte Handhabung unseres Online-Formulars sollte über eines nicht hinwegtäuschen: Vollständige Bewerbungsunterlagen sind genauso wie bei der postalischen Bewerbung Pflicht. Als Dateiformat eignet sich am besten PDF. Wir bevorzugen eine Datei, in der alle Dokumente enthalten sind.