Zwischen Wüste und Eismeer - Auslandssemester in Chile

Zwischen Wüste und Eismeer - Auslandssemester in Chile

Für fünf Monate haben Christian und Aaron in Chile studiert. Was sie in dieser Zeit erleben durften, lest ihr im diesem Blogbeitrag.

Ausbildung und Studium
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Santiago de Chile. So heißt seit nunmehr 3,5 Monaten mein neues Zuhause. Gemeinsam mit Christian habe ich Ende Juli mein Auslandssemester angetreten. Seitdem ist viel passiert – wohl zu viel, um es in einem Blogbeitrag zusammenzufassen. Trotzdem möchte ich einen kleinen Einblick in unser Leben hier in Chile geben.

In die Fremde

Als es Ende Juli losgeht haben Christian und ich noch viele Fragezeichen im Kopf. Aufgrund einer Umstrukturierung der Visavergabe für Studenten und einer dadurch entstandenen Überlastung des chilenischen Ministeriums hat dieses Jahr keiner der internationalen Studenten ein Visum bekommen, weswegen wir vorerst mit Touristenvisa einreisen müssen. Wir haben noch keine Wohnung, noch keine Kurse wählen können, und auch sonst wenige Konstanten, die uns vor Ort erwarten. Die Organisation unseres Lebens in Santiago müssen wir selbst übernehmen – nicht gerade ohne in einem fremden Land.

Angekommen in Santiago de Chile - FRICKE Korn natürlich auch dabei

Erste Schritte

Die ersten Wochen sind wir vor allem mit der Beantwortung unserer vielen offenen Fragen beschäftigt. Wir finden eine schöne, wenn auch nicht ganz günstige Wohnung im Barrio Italia, einem netten Viertel mit vielen kleinen Häusern, Cafés und Kunsthandwerkern. Und auch das Einleben an der Uni, der Universidad del Desarollo geht schnell von statten. Die Uni liegt im Osten der Stadt am Hang der Anden und gehört zu den besten Unis Südamerikas. Insgesamt belegen wir hier vier verschiedene Kurse: Business Negotiations, Agenda Setting, Future Scenarios and Public Policies und Change-Management.

Alle vier Kurse sind arbeitsintensiv, aber auch sehr spannend. Anders als in Elmshorn, wo Christian und ich dual Betriebswirtschaftslehre studieren, ist das Semester hier knapp 20 Wochen lang und beinhaltet entsprechend auch mehr Prüfungsleistungen. Während wir am Anfang noch etwas lernen mussten, die verschiedenen Aufgaben in ihrer Abarbeitung gut zu gliedern, haben wir inzwischen einen sehr guten Workflow gefunden.

Die Universidad del Desarollo

Einmal durch Südamerika

Wenn wir nicht gerade in der Uni sind, sind wir in Santiago unterwegs. Die Stadt grenzt direkt an die Anden. In einer Stunde mit dem Auto in den Osten ist man im nächsten Skigebiet, zwei Stunden in den Westen am Pazifikstrand – entsprechend breit sind die Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung. Hinzu kommt, dass wir mit der Legung unserer Kurse viel Glück gehabt haben, sodass sich unsere Vorlesungen auf drei Tagen in der Woche verteilen. Wenn auch diese Tage dadurch sehr lang sind, haben wir stets vier Tage Wochenende. Diese verlängerten Wochenenden haben wir bereits einige Male genutzt, um nicht nur Chile, sondern auch über die Grenzen hinaus Südamerika zu erkunden.

Von Rio de Janeiro über Buenos Aires bis in die trockenste Wüste der Welt

So haben wir bereits Uruguay, Argentinien, Brasilien und Peru besuchen können. Erst vor drei Wochen habe ich mit einem weiteren Kommilitonen von der Nordakademie eine fünftägige Wanderung durch die Anden Perus über den auf bis zu 4600 Metern liegenden Salkantay Pass bis in die sagenumwobene Inkastadt Machu Picchu gemacht. Ein weiteres Highlight war unser Kurzurlaub in Rio de Janeiro, wo wir neben dem einen oder anderen Calpirinha, den Cristo (Jesusstatue) und eine Favela besuchen durften.

Letzte Woche nun haben Christian und ich gemeinsam den aktivsten Vulkan Südamerikas, den Villarica bestiegen. 1400m ging es durch den Schnee mit Steigeisen und Eispickel bis hin zur Spitze wo wir mit einer Gasmaske ausgerüstet, einen Blick in den Krater wagen durften. Ein unglaubliches Gefühl, wenn auch nicht ganz ungefährlich, wie wir im Nachhinein wieder feststellen mussten. Zwei Tage nachdem wir den Vulkan bestiegen hatten, wurde er wegen zunehmender Erdbeben und Explosionen innerhalb des Kraters gesperrt, aus Sorge vor einem weiteren Ausbruch.

Vom Salkantaypass auf 4600m bis nach Macchu Pichu weiter zum Villarica-Vulkan

Coming home for Christmas

Nun rückt langsam schon der Winter näher (bzw. hier auf der Südhalbkugel der Sommer) und damit auch bald schon wieder das Ende unseres Auslandsaufenthalts. Bis es dann aber kurz vor Weihnachten wieder Nachhause geht, stehen für uns noch einige größere Prüfungen und Hausarbeiten an. Kurz vor Weihnachten möchten wir zudem noch einen Trip in den Süden Chiles machen und von Punta Arenas, einer der südlichsten Städte der Welt, den Weg gen Norden durch das wilde Patagonien mit seinen unendlich anmutenden Weiten wagen. Ein wirkliches Highlight zum Schluss.

Insgesamt haben wir in den vergangenen Monaten unglaublich viele Orte sehen, Menschen kennenlernen und Erfahrungen sammeln dürfen. Dafür sind wir unglaublich dankbar und möchten wie so viele vor uns jedem, dem sich irgendwann einmal eine solche Chance bietet, ans Herz legen, sie wahrzunehmen! Letztes Jahr war unser Kollege Jakob bereits für ein Semester im Ausland. Was genau er in Irland erleben durfte lest ihr hier!

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