Der Weg einer Innovation – SAPHIRs neuer GrindStar

Der Weg einer Innovation – SAPHIRs neuer GrindStar

Der GrindStar von SAPHIR gewann 2023 seine erste Auszeichnung. Bis dahin brauchte es jedoch acht Jahre und jede Menge Einfallsreichtum.

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Der Pflug ist wahrscheinlich schon fast so alt wie die Landwirtschaft selbst. Mit einem solchen Gerät wird der Boden aufgelockert und die oberste Schicht Erde mitsamt Körnern und Pflanzen untergewühlt. Eine altbewährte Methode, der jedoch eine ackerbauliche Alternative gut täte.
Der Meinung war vor allem Frank Havemeyer. Zusammen mit der Firma „Seed2Soil“ machte er sich also vor rund acht Jahren an die Entwicklung eines neuen Bodenbearbeitungsgeräts: Dem GrindStar. Der Weg einer Innovation beginnt.

Der GrindStar arbeitet die Probleme des Pflugs auf

Der GrindStar ist eine Kombination aus rotierenden Messern durch Bodenantrieb, der durch die Vorfahrtsgeschwindigkeit angetrieben wird. Während beim „normalen Pflügen“ Pflanzenrückstände im Boden vergraben werden, konditioniert das neue Gerät die Stoppel und zerkleinert sie. Die Pflanzenreste bleiben damit flach auf dem Boden zurück und können von Bioorganismen verdaut werden.
Damit bringt der GrindStar dem Pflug einige Vorteile entgegen. Der Pflug arbeitet etwa Körner und Samen in den Boden ein, die zum Beispiel aus der angebauten Kultur und deren Begleitfauna stammen, die vorher auf dem Feld wuchsen. Geschieht dies, wachsen diese Ausfallsamen parallel zur eigentlichen Pflanzenkultur des Feldes und stören dabei nicht nur den Wachstumsprozess, sondern locken darüber hinaus auch Schädlinge an und können zu Ertragsverlusten führen. Der GrindStar dagegen hat seinen Einsatzbereich lediglich an der Oberfläche des Feldes und verhilft damit zu einer reinen Pflanzenkultur auf dem Feld, indem er im Nacherntemanagement dafür sorgt, dass keine Samen tiefer als 2 cm vergraben werden können.

Die Funktionsweise des GrindStars lässt sich mit einem „Schleifsystem“ vergleichen. In dem Gerät drehen sich mehrere „Rotoren“ mit angebrachten Schneidmessern, die die Stoppel bearbeiten. Die Teller liegen horizontal über dem Feld, sind dabei jedoch leicht geneigt, um sich frei arbeiten zu können und nicht zu verstopfen. In zwei Reihen liegen diese Teller vor, wobei die erste Reihe in einer entgegengesetzten Neigung arbeitet als die zweite, um zu einem letztlichen Ausgleich zu kommen.
Damit hält sich der GrindStar lediglich an der Oberfläche des Feldes auf – es kommt zu wenig Kraftstoffverbrauch aufgrund optimalem Gewichts und zu einer mechanischen Bekämpfung von Ausfallgetreide, -raps und weiteren Samen.

Die Anfänge einer Innovation

Der Weg zum GrindStar begann quasi direkt auf dem Acker. Immer häufiger wurde der Pflug auf den Feldern eingesetzt, um verschiedenen Problemen entgegenzuwirken, eine Entwicklung die auch dem Erfinder des neuen Anbaugeräts auffiel. Für ihn stand fest: Es wird Zeit, dass die Probleme auf den Feldern nicht mit dem Pflug temporär vergraben werden, nur damit sie im nächsten Jahr wiederauftauchen.

Man muss in der obersten Schicht von maximal 3 cm Tiefe bleiben und die Erde sowie die Pflanzen direkt dort behandeln.,

Ole Denker, einer der Projektverantwortlichen bei SAPHIR, über die ersten Gedankengänge zum GrindStar.

Und genau daran wurde sich orientiert.
Am Anfang war das System des GrindStars noch sehr vereinfacht. Es wurden grobe Gestänge und Schneidmesser genutzt, um vorerst eine Grundlage konzipieren zu können.
Ohnehin war es schwierig den GrindStar zu entwickeln und auszuarbeiten. Schließlich handelte es sich hier um ein ganz neues Produkt zu dem es noch keine Erfahrungswerte gab auf denen man hätte aufbauen können. Somit musste man also stets aus den Fehlern lernen, die man selbst vorher gemacht hat.

Der GrindStar wird nie zu 100 Prozent fertiggestellt sein. Es wird immer weiter an ihm gearbeitet, um das Gerät noch weiter zu optimieren.

Merkt Lars Wesch, ebenfalls verantwortlich für den GrindStar, an.

Selbst wenn der Grind Star seinen großen Tag schon hatte.

Der Grind Star weckt Interesse

Dieser große Tag fand auf der Agritechnica statt, bei der der GrindStar die Silbermedialle des Innovation Awards gewann – die Innovation war also ein voller Erfolg. Dies machte sich auch an der Aufmerksamkeit bemerkbar, die der Firma nach Vorstellung des GrindStars zu teil wurde. Vielen neuen Kunden fiel nun der Name „SAPHIR“ ins Auge. Der Firma, die eine ganz neue Denkweise auf den Markt brachte.
Mitte dieses Monats soll nun auch der erste Feldtag stattfinden, auf dem der GrindStar zum Einsatz kommt. Kunden, die auf der Agritechnica Interesse äußerten und sich registrierten, können sich hier das neue Gerät im Gebrauch ansehen.

Mittlerweile wurden schon einige GrindStars verkauft, zum einen an landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland, aber auch nach Rumänien, Österreich, Dänemark und in die Schweiz – und zu diesen Ländern sollen sich noch weitere gesellen

Der GrindStar hat SAPHIR und damit der Fricke Gruppe also eine Menge Rückenwind gegeben, mit dem jetzt weitergearbeitet werden kann. Vorerst will man sich mit der Weiterentwicklung des GrindStars beschäftigen. Nichtsdestotrotz ist auch eine Ausweitung des Portfolios bei SAPHIR geplant. Das Augenmerk liegt hier besonders auf Innovatioenn: Es geht um Neuheiten, mit denen man altbekannte Probleme lösen und Abläufe optimieren sowie Kosten im Ackerbau reduzieren will.

Mit dem GrindStar hat dieses Vorhaben in jedem Fall schon funktioniert. Und dennoch ist seine Geschichte noch nicht zu Ende geschrieben: Es wird weitergetüftelt und entwickelt. Man darf also gespannt sein, was die neue Erfolgsgeschichte von SAPHIR noch für uns auf Lager hat.

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