Pascal berichtet von seinem Aufenthalt in Taiwan - FRICKE Blog

Quarantänehotel und Hühnerfüße


Hallo zusammen, unser Junior Product Manager Pascal ist bereits seit einigen Monaten in Taiwan. Vor Ort betreut er die Entwicklung neuer Produkte und unterstützt die Kollegen im taiwanesischen Büro beim Ausbau der Sortimente und der Kommunikation mit den deutschen Kollegen. Jetzt hat er uns von seinen Erfahrungen und der Arbeit im Ausland berichtet.

Die Anreise

Angefangen hat alles schon viel früher. Bereits Ende 2019 entstand der Plan für einen Auslandseinsatz, nur kreuzte das Coronavirus die Ausreise. Erst beim dritten Anlauf für ein Visum Ende 2020 bekam er eines ausgestellt, allerdings vorerst nur für drei Monate und mit allerlei Einschränkungen. Trotzdem steigt er voller Vorfreude im Frühjahr 2021 dann in den Flieger in Richtung Taiwan, genauer gesagt Taipeh. Bereits mit dem Wissen, dass er für 14 Nächte in einem sogenannten „Quarantänehotel“ untergebracht sein würde. Angekommen in Taiwan erwartet Pascal nach mehreren Checks am Flughafen dann zwei Wochen Isolation in einem Hotelzimmer. Dort verbringt er seine Zeit mit Arbeit am Laptop, Sport und der einen oder anderen Serie.

Ankunft in Taiwan

Erst nach Abschluss der Isolation kommt er richtig in Taiwan an. Er bezieht seine eigene Wohnung, ein möbliertes Apartment, welches Benson, ein taiwanesischer Kollege, im Vorfeld organisiert hat. Bei einem gemeinsamen Restaurantbesuch lernt er einen Teil der Belegschaft des IPOs das erste Mal persönlich kennen. Denn während der Einreisebeschränkungen durch das Coronavirus, hatten bereits zwei neue Kollegen in unserem IPO die Arbeit aufgenommen, die er noch nicht kannte. Die Einarbeitung fiel ihm leicht, weil er vorerst gewohnte Aufgaben aus Deutschland machte und Schritt für Schritt in die taiwanesische Art der Arbeit eingeweiht wurde.

Alltag in Taiwan

Schnell stellt sich für ihn eine Art Alltag ein. Gegen 8:00 Uhr startet er seinen Tag und verbringt den Vormittag mit der Vorbereitung und Planung von Projekten. Hier steht er vor allem im Austausch mit den Kollegen, um wichtige Informationen einzuholen und diese aufzuarbeiten. Da Taipeh zeitlich sechs Stunden vor Heeslingen liegt, hat er aber meist erst nach der Mittagspause Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen in Deutschland.

Für gewöhnlich geht er mit allen Kollegen gemeinsam in der Mittagspause essen. Manchmal holen sie sich aber auch nur etwas „auf die Hand“ in einer der nahegelegenen „Food-Streets“ (Straßen mit allerlei Imbissangeboten). Anders als in Deutschland ist es eher die Ausnahme, wenn sich ein Kollege etwas zu essen mitbringt, allein schon wegen der sehr niedrigen Kosten für das spontane „Essengehen“.

Am Nachmittag bespricht Pascal dann mit den deutschen Kollegen Fortschritte in Projekten, Preise und vieles mehr, was er am Vormittag vorbereitet hat. Gegen Abend verabschiedet er sich in den Feierabend, während die deutschen Kollegen noch arbeiten müssen. Aufgrund der aktuellen Corona-Lage ist leider in der Freizeit wenig möglich. Mit Sport oder vereinzeltem Kontakt mit Menschen vor Ort, versucht er aber so gut es geht seine Zeit zu füllen.

Corona-Pandemie in Taiwan

Zuletzt stiegen die Corona Zahlen in Taiwan wieder an. Anders als im Nachbarland China setzt man weniger auf eine Impfkampagne. Vielmehr beschränkt man sich auf besondere Vorsicht bei der Einreise, in der Hoffnung, dass sich die Pandemie hierdurch im Sande verläuft. Um die Lage wieder in den Griff zu bekommen, gelten jetzt aber harte Ausgangsbeschränkungen/-Empfehlungen im öffentlichen Leben. Pascal erlebt aber einen ganz anderen Umgang der Bevölkerung mit der Pandemie, als er ihn aus Deutschland gewohnt ist. So sind vom einen auf den anderen Tag alle U-Bahnen wie leer gefegt. Nachdem die Regierung eine Empfehlung ausgesprochen hat, möglichst Zuhause zu bleiben, beziehungsweise auf die Nutzung des ÖPNV zu verzichten, hält sich die Bevölkerung auch daran. In Deutschland ohne Verbot wahrscheinlich schwer vorstellbar.

Nachtrag zur aktuellen Situation

Die Zahlen sind aktuell auf niedrigem und weiterhin sinkendem Niveau. Die Neuinfektionen in ganz Taiwan liegen seit den vergangenen drei Wochen unter 20 Neuinfektionen bei einer Bevölkerungszahl von knapp 24 Millionen Menschen. Seit dem 9. August ist auch die Nutzung der Strände wieder möglich, was seit den Restriktionen im Mai verboten war. Auch die Nutzung öffentlicher Sportstätten wie beispielsweise Basketballfeldern ist wieder möglich. Ein Mindestabstand soll jedoch bewahrt werden und ein Mundschutz ist ebenfalls zu tragen. Dieser muss, anders als in Deutschland, ab dem Verlassen der eigenen Wohnung getragen werden. In der Öffentlichkeit ist es kaum möglich den Mund-Nasen-Schutz einmal abzulegen. Allenfalls bei einem kleinen Schluck aus der Trinkflasche werden beide Augen zugedrückt. Bei Temperaturen, die jenseits der 35°C liegen, ist das jedoch verständlich!

Impfungen liegen mittlerweile auch in Taiwan stark im Fokus. Da die Impfstrategie jedoch erst nach der letzten Corona-Welle in Taiwan begonnen hat, wird es noch eine Weile dauern, bis man ansatzweise das deutsche Niveau erreicht. Auch wegen der zuletzt schwierigen Situation kann Pascal nicht allzu viele Lieferanten besuchen. Diese sind über das Land verstreut und somit wären lange Anreisen nötig, die aktuell vermieden werden sollen. Jedoch gibt es Situationen, bei denen ein Lieferant besucht werden muss. Gerade bei Erstverschiffungen erfahren alle Artikel besondere Aufmerksamkeit. So wird sichergestellt, dass alle verschickten Produkte auch den hohen Qualitätsansprüchen von GRANIT gerecht werden. Diese Reisen sind jedes Mal ein Highlight für Pascal, der sich für die Zukunft wünscht, noch deutlich mehr Lieferanten persönlich besuchen zu können.

Freizeit in Taiwan

Auf der einen oder anderen Geschäftsreise hatte er bereits die Gelegenheit kleine Abstecher zu Sehenswürdigkeiten zu machen. Und auch an den Wochenenden versucht er, die Hauptstadt Taipeh zu erkunden. Wie er selbst es bezeichnet: „Touri-Kram“. Highlights sind dann das Surfengehen mit einem Kollegen oder das Kosten der kulinarischen Highlights Taiwans. Die taiwanesische Küche hatte auch schon allerlei Überraschungen, wie Schweineohren oder auch ein 1.000-jähriges Ei für ihn auf Lager. Neben der Arbeit versucht er außerdem seine Sprachkenntnisse zu vertiefen, um noch besser mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen.

Viel Spaß bereitet ihm auch das Schlendern über die in Taiwan weit verbreiteten „Night Markets“, auf denen man neben allerlei kulinarischen Delikatessen auch viele einfache und günstige Artikel finden kann, die für uns fast unvorstellbar sind.

Ausblick

Insgesamt möchte Pascal ein Jahr in Taiwan bleiben, wobei er sich auch ein weiteres Jahr in Taiwan gut vorstellen kann. Da Pascal neben seiner Arbeitserlaubnis jetzt auch eine Aufenthaltsgenehmigung hat, steht dem Leben in Taiwan bis Ende März nächsten Jahres nichts weiter im Wege. Durch die damit verbundene Wiedereinreise-Erlaubnis nutzte Pascal seinen Sommerurlaub zum Teil auch für einen Besuch in Deutschland. Natürlich durfte bei diesem Aufenthalt der Besuch von Kollegen, Freunden und der Familie nicht fehlen.

Wir finden es toll, wie sich Pascal neben seiner Arbeit auf Land und Leute einlässt. Für seine restliche Zeit wünschen wir ihm alles Gute!

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